Kurzmeldung C-Parteien



Erzbischof Robert Zollitsch hat auf einem Kongress der deutschen Unionspartien – also CDU und CSU – gesagt, die Union könne es nicht als „interne Angelegenheit betrachten“, was „christlich“ sei.

Damit versucht er offenbar den Eindruck zu erwecken, als ob die Vatikankirche, deren Bischöfen er in Deutschland vorsteht, so etwas wie die Deutungshoheit über den Begriff „christlich“ habe.

Davon kann aber keine Rede sein. Ich denke da nur an die jüngsten Skandale mit den pädokriminellen Unholden im Priestergewand!

Der Vatikankirche ist es in Deutschland in den zurückliegenden Jahrzehnten gelungen, ihre Funktionäre in fast alle Parteien einzuschleusen, nicht nur in diejenigen mit dem „C“. Offenbar glauben die Bischöfe jetzt, sie könnten die Parteien sozusagen gegeneinander ausspielen und sich selbst zum Schiedsrichter über den Begriff „christlich“ machen.

Aber hier spielt die Kirche mit faschen Karten. Denn Jesus von Nazareth gründete gar keine Kirche und setzte auch keine Priester ein. Und Lehre und Taten der Kirchen widersprechen in allen wesentlichen Punkten dem, was Jesus wollte. Die sogenannten „C“-Parteien sollten daher so ehrlich sein und sich in KDU/KSU umbenennen: „K“ wie „Kirche“.

Wer Atomkraft, Tierversuche, Massentierhaltung und Gentechnik fördert, wer bei den Armen statt bei den Reichen spart, wer Soldaten in Kriegseinsätze schickt, wer die steinreichen Kirchen jährlich mit Milliardensubventionen aus dem Steuersäckel mästet, der sollte sich konsequenterweise auch nicht christlich nennen.

Immerhin war den Äußerungen von Bischof Zollitsch bei diesem Kongress auch so etwas wie ein Hauch von Selbstkritik zu entnehmen, als er nämlich anmerkte, die Kirche müsse sich fragen, „ob sie den Politikern immer die notwendige Orientierung im ausreichenden Maße gebe.“

Orientierung? In ausreichendem Maße? Das ist mal wieder so eine scheinheilige Untertreibung. Die Menschheit steht doch gerade deshalb am Abgrund der Klimakatastrophe, weil die großen Kirchenkonzerne den Staatenlenkern seit vielen Jahrhunderten denkbar falsche, weil unchristliche Orientierung gegeben haben:

Blinder Fortschrittsglaube, Naturverachtung, Inkaufnehmen von milliardenfachem Tierleid, Rechtfertigung von Kriegen und sozialer Ungleichheit – das sind die Orientierungspunkte der Priesterkaste seit je her. Und sie lässt sich für diese Irreführungen bis heute sehr gut bezahlen.

Wären die Politiker klüger, dann würden sie das scheinheilige Spiel durchschauen und den Spieß umdrehen, indem sie keine staatlichen Subventionen mehr an die Kirche zahlen. Dann könnte das Ross, der Staat, endlich mal den Reiter, die Kirche, abschütteln und sich nicht länger gängeln lassen.

Dann müsste der Reiter zu Fuß gehen und sich von seiner Substanz ernähren. Die wäre immer noch groß genug.

Aber das wäre nur gerecht. Denn Jesus uns Seine Jünger lebten auch von ihrer Hände Arbeit. Weshalb soll es bei denen, die sich so wortreich auf Ihn berufen, anders sein?