Abschaffung kirchlicher Privilegien
Erstmals formierte sich in Österreich eine breite Plattform humanistischer Organisationen gegen die Privilegien von Religionsgemeinschaften. Die Initiatoren wollen ein Volksbegehren einleiten wie dem Humanistischen Pressedienst hpd zu entnehmen ist. Die Forderungen des Volksbegehren sind die Streichung der gigantischen Subventionen an die katholische und evangelische Kirche, die klare Trennung von Kirche und Staat sowie ein Gesetz zur Aufklärung kirchlicher Gewaltverbrechen.
Die Liste kirchlicher Privilegien in Österreich ist ähnlich lang wie in Deutschland. Vorsichtige Schätzungen der Initiatoren sprechen von deutlich mehr als 1 Milliarde Euro jährlich an direkten und indirekten Subventionen. Unterstützt werden Erhalt und Bau von Kirchen sowie Gehälter der konfessionellen Religionslehrer und des Personals der konfessionellen Privatschulen.
Die Initiatoren des Volksbegehrens zeigen sich zuversichtlich. In den ersten beiden Tagen haben 1000 Menschen das Unterstützungsformular herunter geladen, wusste Jakob Purkathofer erfreut zu berichten. Ehrenamtlich macht er die Öffentlichkeitsarbeit der Opferplattform und des Volksbegehrens.
Wer österreichischer Staatsbürger ist und das Volksbegehren unterstützen möchte, kann dies tun unter www.kirchen-privilegien.at
Kurzmeldung Sonnleitner
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Wusstest du, dass wir heute in Deutschland fast wie im Paradies leben?
Fast wie im Paradies? Wer sagt das?
Das schrieb Gerd Sonnleitner, der Präsident des deutschen Bauernverbandes in einem Gastkommentar für die evangelikale Zeitschrift Idea Spektrum.
Und er meinte damit insbesondere die Versorgung mit Nahrungsmitteln. „Gott hat uns die Erde gegeben, um sie im Sinne der Nachhaltigkeit zu bestellen ... Die Leistungen unserer Bauern, Innovationen durch Technik und Züchtung, die modernste Agrarpolitik der EU und ein weitgehend internationaler Handel lassen uns heute fast wie im Paradies leben.“ Zitat Ende.
Na ja, ein Paradies für die Agrarlobbyisten, die Sonnleitner vertritt, ist es vielleicht. Vor allem die großen Landwirtschaftsbetriebe bekommen Millionen aus Fördermitteln der Europäischen Union. Die kleinen gehen meist leer aus. Aber nicht nur deshalb finde ich diese Aussage in höchstem Maße scheinheilig.
Seit wann ist es nachhaltig, den Boden mit Kunstdünger und Agrargiften zu malträtieren und mit Monokulturen zu bebauen? Mal abgesehen davon, dass der Boden irgendwann ausgelaugt ist: Auf so einem Acker findest du kein Kräutlein mehr, keine Blume, keinen Schmetterling, keinen Hasen, nichts. Und drum herum auch nichts. Das ist die reine Agrarsteppe.
Nicht umsonst bezeichnen ja Experten wie der renommierte Biologe Prof. Josef Reichholf die industrielle Landwirtschaft als Artenkiller Nummer eins.
Aber Herr Sonnleitner scheint der Meinung zu sein, das müsse man alles in Kauf nehmen, um den Hunger in der Welt zu vermindern. Er schreibt nämlich: „Wir Christen stehen in der Verantwortung, das tägliche Brot mit den Hungernden zu teilen.“ Offenbar ist er der Ansicht, dass die Welt am Wesen der deutschen Agrarpolitik genesen bzw. satt werden soll.
Das ist ja nun wirklich der Gipfel der Scheinheiligkeit. Denn der Weltagrarrat hat im vergangenen Jahr eindeutig festgestellt, dass die industrialisierte Landwirtschaft nicht in der Lage sein wird, die Weltbevölkerung nachhaltig zu ernähren. Das geht nur durch eine gezielte Förderung der Kleinbauern und der naturnahen Landwirtschaft.
Und die Massentierhaltung, die von Sonnleitner auch ständig verteidigt wird, die führt ja dazu, dass die Hälfte der Weltgetreideernte in den Mägen von so genannten Nutztieren verschwindet, die dann geschlachtet und aufgegessen werden. Auch das gehört zum Paradies des Herrn Sonnleitner. Hinzu kommen die Exportsubventionen der Europäischen Union für Agrargüter, die in vielen Ländern vor allem Afrikas die einheimischen Märkte der Kleinbauern zugrunde richten. Auch das erhöht den Hunger.
Mit Christentum hat das alles jedenfalls nichts zu tun. Und es ist fast schon Gotteslästerung, wenn sich ein Agrarlobbyist auf Christus beruft, denn Jesus, der Christus, liebte die Natur und die Tiere. Und Er trat für Friedfertigkeit ein, nicht nur gegenüber Menschen, sondern auch gegenüber Natur und Tieren.
Der Ackerboden benötigt gesunde Nährstoffe, so wie auch wir Menschen gesunde Nahrung zum Leben brauchen. Stattdessen erhält er Gift und Chemie. Was kann dabei herauskommen? Doch nur die Verwüstung. Deshalb kann auf den Äckern der Mutter Erde keine chemische Kriegführung Zukunft haben, sondern nur ein Friedfertiger Landbau.