10.000.000 Tote, ungezählte Gefolterte

Als trotz beständiger Verfolgungen Andersgläubiger die Bewegungen der Katharer und Waldenser vor allem in Südfrankreich, aber auch in Italien und Deutschland immer mehr Zulauf erhielten, organisierte die Kirche im ausgehenden 12. Jahrhundert die bürokratisierte und totalitäre Gehirnwäsche in Form der Inquisition.

Millionen Menschen wurden Opfer der katholischen Inquisition. Man geht von bis zu 10.000.000 Toten sowie ungezählten Gefolterten, Misshandelten und Terrorisierten aus (SPIEGEL, 1.6.98).

Wir wollen Ihnen ein Mahnmal errichten, damit solches weder heute noch in zukünftigen Generationen wiederholt.

SPIEGEL: »Vorläufer von Gestapo, KGB und Stasi.«

Die Inquisition (lat. »Befragung«) war nach Aussage des Spiegel (1.6.98) »Vorläufer von Gestapo, KGB und Stasi.« Sie forderte in Europa zwischen dem 13. und dem 18. Jahrhundert mindestens eine Million, nach anderen Schätzungen zehn Millionen Menschenleben (Der Spiegel, 1.6.98). Auf einen verbrannten »Ketzer« (von griech. katharoi, die Reinen) kam etwa die zehnfache Zahl an Menschen, die zu langjährigen Kerkerstrafen oder zu wiederholten schweren Demütigungen verurteilt wurden: Tragen von Brandmalen oder Abzeichen, regelmäßige Geißelungen oder beschwerliche Wallfahrten.

Wer einmal in die Mühlen der Inquisition geriet, hatte keine Chance. Er wurde durch eine oft langjährige Haft in finsteren Verließen gefügig gemacht, durch Folter gequält und zu einem »Geständnis« gezwungen. Sein Vermögen wurde beschlagnahmt und fiel zum großen Teil an die Kirche; seine Angehörigen standen meist mittellos auf der Straße, niemand traute sich, ihnen zu helfen.

»Ketzerkreuzzug« (1209-1229) gegen die Katharer

Die Inquisition begann mit dem »Ketzerkreuzzug« (1209-1229) gegen die Katharer in Südfrankreich. Diese wurden in den folgenden Jahrzehnten vollständig ausgerottet.

Allein bei der Einnahme von Beziers 1209 wurden 22 000 Menschen ermordet - keineswegs nur Katharer. Auf dem Montsegur wurden im Jahre 1244 zweihundertfünfzehn Katharer auf einem riesigen Scheiterhaufen lebendig verbrannt.

Um überlebende Katharer leichter in ihren Verstecken ausfindig zu machen, richteten die Dominikaner Hunde ab. Sie jagten die Opfer wie Raubwild. Nach der Belagerung und Eroberung von Montségur 1244 wurden über zweihundert Anführer der Katharer lebendig verbrannt.

Die Ermordung der Waldenser

Auch in Deutschland wurden zahlreiche Katharer verbrannt, z.B. 1051 in Goslar oder 1163 in Köln, desgleichen Waldenser (Hans-Jürgen Wolf, »Sünden der Kirche«, 1995, S. 258).

Der spanische Großinquisitor Torquemada schickte über 10 000 Menschen auf den Scheiterhaufen und fast 100 000 auf die Galeeren (Kh. Deschner, »Opus Diaboli«).

Der Großinquisitor Pedro Arbúes verurteilt eine andersgläubige Familie zum Feuertod. Papst Pius IV sprach ihn heilig.

Die Neue Inquisition

Heute, im 20. Jahrhundert, sterben zwar keine »Ketzer« mehr auf Scheiterhaufen. Doch die Verketzerung und Verleumdung Andersgläubiger durch von kirchlichen »Sektenbeauftragten« angezettelte Rufmordkampagnen, durch berufliche und soziale Diskriminierung ist noch nicht zu Ende (vgl. H. Mynarek, »Die neue Inquisition«, 1999)